Süßstoff, Cola light, Zitronenwasser, Kaugummi – Was ist erlaubt für Autophagie?


Das zelluläre Recycling namens Autophagie gewinnt immer mehr an Bedeutung. Heute soll es darum gehen, welche Getränke und Substanzen die Autophagie während einer Fastenphase stören, und welche nicht.

Sind Süßstoffe, Cola light, Zero Getränke und Stevia erlaubt? Zitrone oder Zitronenwasser? Darf man Kaugummi kauen? Was ist mit Tee, Kaffee, Wein oder Suppe?

  • Süßstoffe sind theoretisch durchwegs erlaubt. Es wurden aber schon Insulinreaktionen beobachtet. Auch sonst spricht sehr viel dagegen.
  • Ein paar Spritzer Zitrone im Wasser erzeugen noch keine Insulinreaktion und sind sowohl erlaubt als auch erwünscht.
  • Kaugummi ist in der Regel kein Problem. Ist es ratsam welchen zu kauen? Das hängt von der einzelnen Person ab.
  • Ungesüßte Kräutertees und schwarzer Kaffee sind durchwegs erlaubt, einige haben sogar verstärkenden Einfluss auf die Autophagie.
  • Alkohol, Wein oder Suppe haben ausnahmslos Nahrungsenergie und sind durchwegs tabu.

Eine simple Grundregel lautet: Alles was eine Fastenphase bricht, also Nahrungsenergie liefert und somit eine Insulinreaktion auslöst, stört oder stoppt auch die Autophagie, zumindest jene aufgrund des Fastens. Andererseits gibt es eine Reihe von Lebensmitteln, deren Inhaltsstoffe die Autophagie fördern, trotz der Nahrungsenergie. Die Regeln für Fasten und Autophagie sind also nicht immer dieselben. Sehen wir uns das alles im Detail an.

Ach und wer sich jetzt erst fragt, was Autophagie eigentlich genau ist, eine einfache sowie eine detaillierte Antwort findet Ihr in diesem Artikel.

Zero Getränke und Süßstoffe bei Autophagie

Sämtliche Süßstoffe, sei es Aspartam, Sucralose, Saccharin, Thaumatin etc., sind theoretisch während einer Fastenphase und auch zwecks Aufrechterhaltung der Autophagie erlaubt. Ich würde trotzdem tunlichst die Finger davon lassen. Warum? Grob gesagt: Mein Hausverstand rät mir davon ab.

Ich weigere mich zu glauben, dass ein synthetisch produzierter Stoff, der dem Gehirn Nahrungsenergie vorgaukelt, den Körper nicht auch anderweitig beeinflusst. Und objektive Untersuchungen geben Skeptikern Recht. Süßstoffe können sehr wohl eine Insulinreaktion auslösen und dadurch eine Fastenphase und die Autophagie beenden.

Aber das ist noch lange nicht alles. Süßstoffe stehen im dringenden Verdacht, die Hirnchemie zu stören, Epilepsie zu verursachen und/oder zu befeuern, das Hungergefühl zu manipulieren, Krebs zu fördern, und vieles, vieles mehr. Süßstoffe werden in der Tierzucht als Mastzusatz verwendet, Pilotenmagazine warnen vor Lightgetränken während Flügen weil es vermehrt zu neurologischen Aussetzern kam.

Süßstoffe und Lightgetränke mögen in kleinen Mengen zwar theoretisch weder die Fastenphase noch die Autophagie stören. Sie machen aber als Gesamtpaket keinen Sinn. Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken, schon der erste Schluck macht Lust auf mehr, und immer mehr. Am Ende ist die Fastenphase eine reine Qual, weil das manipulierte Gehirn mehr nach Nahrungsenergie schreit, als es dies ohne Süßstoff je getan hätte.

Was ist mit Stevia und Mönchsfrucht?

Stevia ist nur in natürlicher Form eine gute Option.

Als vor einigen Jahrzehnten herauskam, wie geradezu desaströs Zucker auf den menschlichen Körper wirkt, wurden Süßstoffe wie Aspartam oder Saccharin als Lösung präsentiert. Als sich die Probleme damit häuften, entstand ein Markt für jede auch nur erdenkliche, vermeintlich harmlose Süßungsquelle. Auf der globalen Suche wurde man rund um den Erdball fündig. Zwei prominente Vertreter sind die Steviapflanze aus Südamerika, und die Mönchsfrucht aus China.

Pflanze“ und „Frucht“ hört sich zunächst ja mal gut an. Doch aus der Steviapflanze wurde schnell das Steviosid, aus der Mönchsfrucht das sog. Erythrit. Inzwischen beides erhältlich als weißes Pülverchen. Beide Süßstoffe sind momentan noch eher jung, und beide werden beworben als „Süße ohne Nebenwirkungen“. Sollen wir das glauben? Ich persönlich tue es nicht.

Die Vergangenheit zeigt, dass jeder leicht herbeigeführte Genuss früher oder später seine Nebenwirkungen offenbart. Unter allen kalorienfreien Süßungsvarianten verwende ich nur eine: Getrocknete Steviablätter, aufgebrüht zu einem Steviatee.

Abgekühlt verwende ich dieses Steviawasser dann als Süßungsmittel, meist für Tees. Ihr eigentümlich bitterer Nachgeschmack schützt ganz natürlich vor Überdosierung. Im Tee mit einem Spritzer Zitrone bringt es dennoch einen angenehm dezent süßen Hauch.

Autophagie und Zitronenwasser

Zitrone war ein gutes Stichwort. Kleine Mengen davon haben zu wenig Kalorien bzw. Nahrungsenergie, als dass der Körper dies registrieren würde. Ich rede hier vom Saft einer halben Zitrone auf 500 ml bis 1 Liter Wasser, je nach Größe und Wassergehalt der Zitrone. Zitronenwasser ist sowohl fürs Fasten, als auch für Autophagie geeignet.

Mehr noch: Zitronen versorgen uns nicht nur mit wertvollem Vitamin C und machen das Wasser alkalisch, sie liefern auch noch einen Autophagie-boostenden Wirkstoff namens Naringin. Kleine Mengen Zitronenwasser unterstützen also nicht nur das Fasten, sie verstärken zusätzlich die Autophagie. Mehr über verstärkende Wirkstoffe findet Ihr im Artikel: „Die beste Diät für Autophagie“.

Autophagie und Kaugummi

Auf Kaugummi kann man gut und gerne verzichten.

Kaugummi bei Autophagie und im Fasten ist ein eigenes Thema. Zunächst mal sind nur zuckerfreie Kaugummis geeignet. Damit ergibt sich zwar die Problematik mit den Süßstoffen, die Dosierung ist in Kaugummis aber so gering dass dies zu vernachlässigen ist. Zuckerfreie Kaugummis brechen weder die Fastenphase noch stoppen sie die Autophagie.

Das Problem mit Kaugummi ist ein anderes. Das Kauen erzeugt Magensäfte und Speichelfluss, macht den Körper also bereit zur Nahrungsaufnahme, und es entsteht Hunger. Die meisten Menschen tun sich also schwerer mit, als ohne Kaugummi. Fastenikone Dr. Jason Fung rät: „Wenn einem das Kauen und das Gefühl etwas im Mund zu haben das Fasten erleichtert, dann tun sie es. Aber vermutlich wird das Gegenteil der Fall sein.

Autophagie – Was darf man trinken?

Ich will hier zunächst klarstellen, dass Autophagie und Fasten nicht dasselbe sind. Fasten ist lediglich der bekannteste und stärkste Auslöser für Autophagie. Es gibt aber noch weitere Auslöser und Verstärker, auch ohne zu fasten. Ich unterteile diesen Punkt daher in 3 Kategorien:

Erste Kategorie: Getränke, die während des Fastens geeignet sind, aber keinen zusätzlichen Einfluss auf Autophagie haben:

  • Zero Getränke: Wie erwähnt in sehr kleinen Mengen und mit starkem Vorbehalt.
  • Wasser: Wer hat oder kann, greift zu Quellwasser.
  • Kräutertee: Geeignet ist so gut wie jeder Tee mit Ausnahme von Früchtetees. Die meisten Kräutertees haben zudem eine therapeutische oder heilsame Wirkung und sind absolut empfehlenswert. Hier eine besonders mächtige und bekannte Fastenteemischung.

Zweite Kategorie: Getränke, die sowohl während des Fastens geeignet sind, als auch die Autophagie verstärken:

  • Verschiedene Tees, hier eine Auflistung der Top 5 und genialen Mischungen.
  • Kaffee, sofern schwarz getrunken, von hoher Qualität und richtig verarbeitet. Alles darüber und konkrete Vorschläge findet Ihr im Artikel „Kaffee für mehr Autophagie“.
  • Und wie vorhin erwähnt, Zitronenwasser.

Für alle die nach zusätzlichen Wegen suchen, die Autophagie während der Fastenphase zu verstärken, hier eine Liste von Autophagie-boostenden Supplements.

Dritte Kategorie: Getränke und Lebensmittel, die während des Fastens ungeeignet sind, aber Autophagie auslösen oder verstärken:

  • Rotwein: enthält die boostenden Wirkstoffe Resveratrol und Ellagsäure, ist aufgrund des Alkohols aber fürs Fasten ungeeignet. Alles über Rotwein findet Ihr im Artikel „Autophagie durch Rotwein“.
  • Einige Superfoods: Hier eine Liste der mächtigsten und wertvollsten, nicht nur für Autophagie.
  • Eine ganze Reihe von Lebensmitteln mit Autophagie-fördernden Inhaltsstoffen. Dazu gehören Brokkoli und Zitrusfrüchte ebenso wie Zwiebel, Äpfel und Erdbeeren. Erfahrt alles darüber im Artikel „Die beste Diät für Autophagie“.
  • Es wäre auch möglich, mit der entsprechenden Einlage und Gewürzen eine Autophagie-boostende Suppe zu zaubern. Mir fiele allerdings keine Variante ein, die fürs Fasten geeignet wäre.

Fazit zu erlaubten Getränken für Autophagie in der Fastenphase

Wer absolut sicher gehen will, bleibt bei reinem Wasser. Andererseits bieten verschiedene Tees eine wunderbare Ergänzung, sowohl geschmacklich als auch gesundheitlich. Ein kleiner Spritzer Zitrone im Wasser oder Tee ist auch empfehlenswert. Von Zero Getränken und Süßstoffen ließe ich die Finger. Sie mögen theoretisch zwar weder Fastenphase noch Autophagie unterbrechen, hinterlassen im Körper aber eine Spur der Verwüstung.

Die Idee des Kaugummis klingt auf den ersten Blick interessant, wird die Fastenphase aber eher erschweren als erleichtern. Schwarzer Kaffee ist nicht nur fürs Fasten geeignet, er ist auch äußerst mächtig für mehr Autophagie. Jegliche Form von Alkohol beendet sowohl Fastenphase als auch Autophagie mit dem ersten Schluck.

Quellen:

Chris

Chris ist ausgebildeter Ernährungstrainer und beschäftigt sich seit jeher mit der komplexen Welt des Essens, was, wie viel, und warum es häufig sinnvoll ist, einfach mal darauf zu verzichten.

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