Intervallfasten gut oder schlecht gegen Blähungen? Darauf ist zu achten


Als ehemaliger Veganer blicke ich auf eine lange Geschichte mit Blähungen und Verdauungsschwierigkeiten zurück. Heute weiß ich ziemlich genau worauf ich achten muss und wie ich mittels Intervallfasten und Nahrungsauswahl Blähungen gänzlich vermeide.

Kann Intervallfasten bei Blähungen helfen oder kann es gar welche verursachen? Was sind die wichtigsten Punkte und häufigsten Fehler?

  • Die meisten Menschen erfahren eine Erleichterung ihrer Blähungen durch Intervallfasten.
  • Manche Anfänger missachten leider Grundlegendes und bekommen Blähungen weil sie fasten, Stichwort „richtiges Fastenbrechen“.
  • In der Regel entstehen Blähungen durch falsche Auswahl, Menge und Kombination von Nahrungsmitteln.

Verdauung ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Manche müssen mehr, manche weniger Acht geben. Es sei auch gesagt: In heftigen, langwierigen und schmerzhaften Fällen, wendet Euch bitte an Euren Arzt. Nun sehen wir uns im Folgenden etwas genauer an, wie Intervallfasten mit Blähungen helfen kann, wie Ihr Blähungen aufgrund von Intervallfasten auf jeden Fall vermeidet, und worauf Menschen mit sensibler Verdauung generell mehr Acht geben sollten.

Wie Intervallfasten den Blähbauch verschwinden lässt

Sofern dem Leiden keine Krankheit zugrunde liegt, entstehen Blähungen in der Regel durch die Ernährung selbst. Schlechtes Essen, zu viel, wahllos kombiniert, vielleicht ohne Rücksicht auf eventuelle Eigenheiten und Sensibilitäten der eigenen Verdauung. Wer eine Zeit lang nichts isst, kann seine Verdauung auch nicht überfordern und der Blähbauch verschwindet.

In solchen Fällen hilft Intervallfasten sehr gut. Ohne Veränderung der Nahrungsauswahl jedoch nur vorübergehend. Wer nach dem Essen ständig oder häufig aufgebläht ist, sollte sich dringend mit seinem Essen auseinandersetzen. Ein Ernährungstagebuch hat schon Vielen geholfen. Zur Abklärung von Unverträglichkeiten oder gar Allergien lasst Euch bitte untersuchen.

In einigen Fällen kann Intervallfasten sogar die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln und generell die Verdauung verbessern.

Mit Intervallfasten die Verdauung verbessern und Blähungen reduzieren

Intervallfasten kann den Darm sanieren.

Wenn Ihr in Eurem Essverhalten keine banalen Fehler findet, wie schlechtes Kauen oder Lebensmittelauswahl entgegen bekannten Unverträglichkeiten, Ihr dennoch Blähungen bekommt, liegt es höchstwahrscheinlich an der Zusammensetzung der Darmbakterien. Und damit kann Intervallfasten enorm helfen. Es wurde beobachtet, dass nach etwa 16 Stunden Fasten „ungünstige“ Darmbakterien beginnen sich zu reduzieren, während die günstigen überleben. Eine geniale Situation.

Füttern wir nun die „guten“ Darmbakterien mit den richtigen Präbiotika, vermehren sie sich, die Darmflora insgesamt verbessert sich, und letztendlich auch die gesamte Verdauung. Ihr findet eine Anleitung dazu im Artikel „Intervallfasten richtig brechen“ unter dem Punkt „Fastenbrechen und dabei die Darmflora sanieren“.

Starke Blähungen durch Intervallfasten 16 8 – Warum es passiert und wie es sich vermeiden lässt?

Häufig leiden Menschen unter Blähungen, hören beiläufig von den Vorzügen des Intervallfastens, erfahren während der Fastenphase auch Erleichterung, nach dem Fastenbrechen kehrt der Blähbauch aber umso schlimmer zurück. Was ist passiert? Vermutlich hat der oder die Fastende schon die Minuten gezählt bis es endlich zum Kühlschrank geht. Sowie die Uhr dann 16 Stunden ablaufen ließ ging es hemmungslos ans Werk.

Sofern sich an den Essgewohnheiten nicht drastisch was geändert hat, wird die Verdauung gewohnt mit Blähungen reagieren, und wenn nach der Fastenphase zügellos gegessen wird natürlich umso heftiger. Ich kann es nicht oft genug betonen: Das Fastenbrechen ist mindestens so wichtig wie das Fasten selbst!!! Ich habe daher einen umfassenden Artikel darüber veröffentlicht, der hoffentlich keine Fragen mehr offen lässt.

Ansonsten gilt es ganz einfach individuell herauszufinden, welche Nahrungsmittel und welche Kombinationen Euch nicht bekommen. Sehen wir uns daher die häufigsten Ursachen für Blähungen an, sowohl was das Essen aber auch generell Gewohnheiten betrifft.

Blähungen und Blähbauch vermeiden. Die häufigsten Ursachen

Der Blähbauch kommt auf vielen Wegen.

Blähungen haben unterschiedlichste Ursprünge. Gleicht Eure Ernährung und Gewohnheiten daher mal mit folgenden Faktoren ab:

  • Gründliches Kauen: Manchmal ist der Grund denkbar simpel. Menschen nehmen sich nicht wirklich Zeit zum Essen, kauen schlecht, daraufhin gelangt unzureichend vorverdaute Nahrung in den Verdauungstrakt und beginnt zu gären.
  • Ein naher Verwandter schlechten Kauens: Stress. Psychische Belastung wirkt sich enorm auf Magen- und Darmfunktion aus. Wenn sich Stress nicht vermeiden lässt, wartet zumindest mit dem Essen bis Ihr Euch annähernd entspannen könnt.
  • Wenn Ihr anfällig seid für Blähungen, vermeidet zunächst große Portionen.
  • Allergien, Unverträglichkeiten, Sensibilitäten. Die beiden mit Abstand häufigsten Verdächtigen sind Laktose und Gluten. Ich persönlich esse inzwischen schon aus Gewohnheit keine Milchprodukte (Laktose, Kasein), kein glutenhaltiges Getreide (Weizen, Dinkel, Roggen …), und kaum verarbeitete Produkte mehr. Ich habe kein diagnostiziertes Problem damit, aber ich fühl mich spürbar besser. Etwas seltener gibt es Probleme mit Fruktose.
  • Soja und Hülsenfrüchte: An die Vegetarier und Veganer da draußen. Jedes Böhnchen ein Tönchen kommt nicht von irgendwoher. Menschen vertragen Hülsenfrüchte unterschiedlich gut. Unterschätzt auch den Faktor der Zubereitung nicht. 12 Stunden „Einweichen“ und dann gar kochen ist das Minimum. Besser Ihr legt während des Einweichens noch eine Kombualge hinzu und verwendet einen Druckkochtopf. Über Soja scheiden sich die Geister. Ich persönlich vertrag es ganz gut und gönn mir hier und da einen Räuchertofu. Die Verträglichkeit von Hülsenfrüchten ist zu einem gewissen Grad Gewöhnungssache, so wie bei den meisten anderen Lebensmitteln auch.
  • Der Körper, oder besser gesagt unsere Darmbakterien, mögen eine gewisse Stabilität. Wer für gewöhnlich hauptsächlich ballaststoffarme Fertigkost isst und dann von einem Tag auf den anderen zu Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide wechselt, wird sich an jenem Tag nicht besonders wohl fühlen. Die vorhandenen Darmbakterien können mit den neuen Ballaststoffen nichts anfangen. Also verändert Eure Ernährung schrittweise und nicht abrupt.
  • Lasst euch vor allem Zeit mit den Kreuzblütler-Gemüsesorten wie Brokkoli, Blumenkohl, Kohlsprossen, Kraut etc. Deren Ballaststoffe können den unvorbereiteten Darm schon mal ordentlich fordern.
  • Ähnlich verhält es sich mit Zwiebelgewächsen, vor allem roh.
  • Sehr häufig führen auch Nahrungsmittelkombinationen zu heftigen Blähungen. Ganz besonders wenn wir Lebensmittelgruppen kombinieren die unterschiedlich schnell verdaut werden.
    • Ein Klassiker, auf den ich z. B. heftig reagiere, ist die Kombination Stärke + Zucker. Dabei gelangt häufig unverdaute Stärke zu tief in den Verdauungstrakt.
    • Eine verdammt ungünstige Kombi ist das klassische Müsli mit Joghurt und Früchten. Milchsäure und Fruchtsäure vertragen sich äußerst schlecht und beginnen enorm zu reagieren.
    • Viele Menschen haben Probleme mit der Kombination Kohlehydrate und Fett. Versucht es im Zweifel also mal mit vorübergehender Trennkost. Das wäre auch leichter für den Stoffwechsel und generell empfehlenswert.
    • Falsche Anordnung der Lebensmittel innerhalb einer Mahlzeit: Es gilt: Iss zuerst, was am schnellsten verdaut wird! Der häufigste Fehler, meist von Menschen die sich gesünder ernähren wollen: Obst als Nachtisch. Ein Relikt aus dem klassischen Nachspeisenparadigma. Doch was passiert mit Obst im Magen das dort nicht gleich verdaut werden kann? Es beginnt zu gären. Obst wäre hingegen die ideale Vorspeise.

Welche Herausforderungen Intervallfasten in Zusammenhang mit Blähungen birgt und wie man sie meistert

  • Wenn Ihr täglich intervallfastet, mit einem Essfenster von 8,6 oder nur 4 Stunden, nehmen die Portionsgrößen zwangsweise zu. Habt Ihr zu diesem Zeitpunkt noch nicht herausgefunden worauf Eure Verdauung wie reagiert, kann Fasten schließlich zu noch stärkeren Blähungen führen. Also wie schon erwähnt: Lernt Euren Körper und seine Befindlichkeiten kennen.
  • Der Körper braucht auch eine gewisse Zeit um sich an größere Portionen zu gewöhnen. Also holt Eure ersten Fastenerfahrungen nicht gleich mit OMAD (One Meal a Day).
  • Ein etwas unkonventioneller Rat: Damit Ihr in der Umgewöhnung zwar weniger Volumen aber ausreichend Kalorien esst, reduziert vorübergehend den Gemüseanteil und erhöht den Anteil von Höherkalorischem (Stärke, Fisch, Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte, Fette).
  • Wer große Portionen weder essen will noch kann, verzichtet einfach darauf. Niemand sagt dass Ihr täglich intervallfasten müsst. Für eine längere Fastenphase verzichtet man zunächst aufs Abendessen, lasst am Tag darauf das Frühstück aus und bricht das Fasten zur Mittagszeit. Auf die Art fastet Ihr leicht 20 Stunden und habt sämtliche Benefits ohne je eine unangenehm große Portion zu essen. Macht das 2-mal wöchentlich und die Sache funktioniert.

Blähungen behandeln und reduzieren. Tipps und einfache Hausmittel

Manchmal helfen die einfachsten Mittel am besten.

Zum Ende noch einige Tipps was Ihr gegen bestehende Blähungen tun könnt:

  • Häufig ist die Magensäure zu schwach oder einfach zu wenig, vor allem in späteren Lebensphasen. Versucht es in diesem Fall vor dem Essen mit einem EL hochwertigen Apfelessig.
  • Manchmal braucht die Darmflora moderne Unterstützung. Ein gutes Probiotikum hat schon Vielen geholfen.
  • Wer seiner Verdauung mit natürlichen Probiotika helfen will, setzt auf rohe fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Joghurt oder Kefir.
  • 3 wunderbare Lebensmittel bzw. Kräuter gegen Blähungen sind Spargel, Löwenzahn und Petersilie. Sie sind sanfte natürliche Diuretika und haben gegenüber Arzneien den enormen Vorteil, dass sie den Elektrolythaushalt kaum oder gar nicht beeinflussen.
  • Unterschätzt auch nicht die Wirkung von pflanzlichen Schätzen wie Zimt, Ingwer, Fenchel oder Kurkuma. Gibt es kombiniert in einer genialen und leckeren Teemischung.

Fazit zu Intervallfasten und Blähungen

Intervallfasten ist selten Auslöser von Blähungen. In sehr vielen Fällen hilft es sogar, auf mehrfache Weise. Wer jedoch uninformiert und unvorbereitet sein Glück mit vorübergehendem Nahrungsverzicht versucht, nichts an seinen Gewohnheiten ändert, und dann kleine oder größere Wunder erwartet, macht sich bitte auf eine Enttäuschung gefasst.

Quellen:

Chris

Chris ist ausgebildeter Ernährungstrainer und beschäftigt sich seit jeher mit der komplexen Welt des Essens, was, wie viel, und warum es häufig sinnvoll ist, einfach mal darauf zu verzichten.

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