Intervallfasten und Autophagie gegen Corona – Erste Erfolge


Intervallfasten und Autophagie sollen ja so manches Problem beheben. Ich persönlich bin von deren Wirkung für viele Leiden überzeugt. Wie sinnvoll sind Intervallfasten und bewusst induzierte Autophagie aber gegen das Coronavirus? Ich habe stundenlang Studien gewälzt, mit gemischten Ergebnissen.

Können Intervallfasten und Autophagie bei Corona helfen oder sogar davor schützen?

  • Die aktuelle Datenlage stimmt ansatzweise optimistisch.
  • Corona zählt zu jenen Viren, die Autophagie zwecks leichterer Vermehrung hemmen. Das erlaubt den Umkehrschluss, dass Autophagie das Coronavirus bekämpft.
  • Kalorienrestriktion durch Fasten scheint weniger von Vorteil. Der Körper benötigt im Kampf gegen das Virus ausreichend Energie und Nährstoffe.
  • Gezielt induzierte Autophagie hingegen zeigt in vitro erstaunliche Erfolge, vor allem mit dem populären Wirkstoff „Spermidin“.

Das Coronavirus ist (noch) jung und die Datenlage dünn. Eindeutige Empfehlungen lassen sich momentan daher nicht seriös aussprechen. Zumindest darin sind sich Experten einig. Doch sehen wir uns im Folgenden an, was wir im Sommer 2020 über die Wirkung von Intervallfasten, Autophagie, und das Potential eventueller Supplements und Superfoods im Kampf gegen das Coronavirus sagen können.

Ach und wer sich jetzt erst fragt was Intervallfasten und Autophagie überhaupt genau sind, klickt für umfassende Erklärung bitte auf den jeweiligen Link. Die kürzeste Erklärung der Autophagie: „Es ist eine Art körpereigenes Zellrecyclingsystem.“

Autophagie und seine Rolle in der Bekämpfung von Viren

Das körpereigene Zellrecycling ist an vielen antiviralen Reaktionen beteiligt. Es hilft bei der Bereitstellung viraler Antigene, es fördert die Gesundheit der Immunzellen, es hemmt exzessive Entzündungen, es greift eindringende Viren und Infekte sogar gezielt an. Im englischen gibt es daher inzwischen den Begriff der „Virophagy“. Er beschreibt den Beitrag der Autophagie im Kampf des Körpers gegen Viren.

Nicht jeder Virus reagiert gleich auf Autophagie

Die Reaktion des Coronavirus auf Autophagie kommt uns entgegen.

Verschiedene Viren haben im Laufe ihrer Evolution unterschiedliche Arten entwickelt, mit der Autophagie ihres „Wirts“ umzugehen. Einige Virusarten greifen direkt in den Mechanismus ein und aktivieren oder deaktivieren bestimmte Proteine die für die Regulierung der Autophagie verantwortlich sind. Andere Viren machen sich Elemente der Autophagie gar für deren eigene Vermehrung zunutze.

Der Grippevirus zum Beispiel zählt zur zweiten Gruppe. Covid-19 hingegen scheint laut aktueller Datenlage zur ersten Gruppe zu gehören. Und das ist eine gute Nachricht.

So reagiert das Coronavirus auf Autophagie

Es besteht inzwischen sehr viel Evidenz die nahelegt, dass das Coronavirus beim Eindringen in den Organismus die Autophagie runterreguliert, und zwar durch die Aktivierung eines Proteins namens SKP2. Dieses Protein kommt einem molekularen Schalter gleich der den Ablauf der Autophagie regelt. Durch die Aktivierung von SKP2 und dadurch der Verringerung autophagischer Aktivität verschafft sich Corona einen Vorteil.

Das stimmt positiv. Der logische Umkehrschluss ist nämlich, dass Corona durch verstärkte Autophagie angreifbar ist. Und tatsächlich legen Studien nahe, dass erhöhte autophagische Kapazität sich vorteilhaft gegen eine Infektion mit Corona verhält.

Gezielt induzierte Autophagie hat sich in vitro auch sehr effektiv gegen Vermehrung und Ausbreitung des Virus gezeigt. Wurden infizierte Zellen in vitro zum Beispiel mit SKP2-Hemmern behandelt, um die Autophagie wieder anzukurbeln, konnte die Vermehrung des Virus um das bis zu 28.000-Fache reduziert werden. Es entstehen interessante Ansätze in der Forschung mit dem Zellrecycling.

Leider ist all das momentan reine Forschung und noch nicht am Menschen getestet. Können wir aus diesen Erkenntnissen dennoch bereits Handlungsanweisungen ableiten? Die aktuelle Datenlage lässt immerhin eindeutig vermuten, dass verstärkte Autophagie dem Virus die Stirn bietet. Was können wir also tun?

Fasten und Intervallfasten gegen Corona – Nicht die beste Idee

Intervallfasten gegen Corona ist ohne guten Plan nicht zu empfehlen.

Nahrungsentzug ist die effektivste Methode zur Aktivierung und Verstärkung der Autophagie. Zur Prävention und Bekämpfung von Corona ist Fasten dennoch nicht die erste Wahl. Der Körper benötigt ausreichend Energie und Nährstoffe im Kampf gegen das Virus. Intervallfasten ist vom Charakter her zwar keine Diät und es ist perfekt möglich auch in einem schmalen Essfenster von 8, 6 oder nur 4 Stunden den Nährstoffbedarf vollständig zu decken, aber natürlich steigt die Gefahr einer Unterversorgung, vor allem bei Anfängern.

Intervallfasten kann (richtig umgesetzt) durchaus vorteilhaft gegen Corona sein, es bedarf aber erhöhter Umsicht. Auf längere Fastenzeiten sollte man zu diesem Zweck eher verzichten. Zum Glück gibt es eine Reihe von Möglichkeiten zur Verstärkung der Autophagie, auch ohne zu fasten.

Getränke, Superfoods und Supplements für mehr Autophagie gegen Corona

Autophagie hat unzählige Benefits, es wirkt positiv auf sämtliche Organe, das Immunsystem, bekämpft Entzündungen und viele Krankheiten. Ich halte es daher für „sicher und vertretbar“, Euch einige generell gesunde Helfer für mehr Autophagie in Eurem Leben zu nennen und dadurch unter Umständen die Wahrscheinlichkeit einer Infektion oder eines schweren Krankheitsverlaufs mit Corona zu senken.

Es gibt eine Reihe an Getränken und Superfoods die Autophagie aktivieren und verstärken. Fast alle davon sind generell sehr gesund und bieten großen Mehrwert auch über die Autophagie hinaus. Einige habt Ihr sicher bereits zuhause und in täglichem Gebrauch.

Für ausführliche Erklärung der einzelnen Getränke und Superfoods, warum und wie sie wirken, und auch welche Ernährungsform am besten für Autophagie ist, lege ich Euch wärmstens meinen Artikel „Die beste Diät für Autophagie, anregende Lebensmittel und Tees“ ans Herz.

Wer moderner Nahrungsergänzung nicht abgeneigt ist, findet auch eine Reihe von Supplements mit den entsprechenden Wirkstoffen hochdosiert. Das mag nicht ganz natürlich sein, bietet aber durchaus Vorteile.

Ein Wirkstoff hat die Aufmerksamkeit der Forscher rund um Corona besonders erweckt, das biogene Polyamin „Spermidin“.

Spermidin – Der große Hoffnungsträger gegen Corona

Der Wirkstoff Spermidin fasziniert die Forschung.

Wie der Name schon andeutet: Die allerhöchste Konzentration von Spermidin findet sich tatsächlich in männlichem Sperma. Jede Zelle unseres Körpers enthält den Wirkstoff von Natur aus, Tendenz mit zunehmendem Alter jedoch sinkend. Es spricht viel dafür, dass eine externe Zufuhr vor altersbedingten Krankheiten schützen und das Leben verlängern kann. Und zwar mittels einer anregenden Wirkung auf Autophagie.

Österreichische Forscher und Unternehmer haben das Potential frühzeitig erkannt und gelten mit ihrem Produkt SpermidinLife als Vorreiter. Inzwischen haben die Pioniere natürlich Konkurrenz und es gibt bezahlbare Supplements auf Amazon, aus deutscher Herstellung. Als Rohstoff für die Nahrungsergänzung dienen Weizenkeime. Mehr Infos zum Thema Spermidin allgemein findet Ihr in diesem Artikel. Sehen wir uns nun seine Bedeutung in der Bekämpfung des Coronavirus an.

Warum Spermidin solch große Hoffnungen im Kampf gegen Corona weckt

Eine Studie der Berliner Charitè kam zur Erkenntnis, dass das Coronavirus nicht nur die Autophagie hemmt, sondern auch die körpereigene Produktion von Spermidin im Darm behindert. Daraufhin untersuchte man in wie weit die Zugabe von Spermidin die Autophagie wieder erhöht und die Verbreitung des Virus beeinflusst. In Zellkulturen konnte die Vermehrung des Virus dadurch um 85 % gesenkt werden.

Darüber hinaus wurden in der Studie auch gesunde Zellen mit Spermidin behandelt und anschließend dem Coronavirus ausgesetzt. Auch hier wurde die Wahrscheinlichkeit einer Infektion deutlich gesenkt, jedoch nicht gänzlich verhindert. Spermidin wirkt also zumindest im Labor schon mal zweifach gegen Corona, durch Hemmung der Virusvermehrung, und durch Stärkung des Immunzellpools.

Solche Ergebnisse stimmen natürlich optimistisch. Die Autoren der Studie weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass es bisher keine Versuche an Menschen gab und es viel zu früh für Empfehlungen hinsichtlich der Einnahme von Spermidin gegen Corona ist. Die momentane Empfehlung der Experten: Eine gesunde Ernährung, viel Bewegung, und hier und da einige Weizenkeime übers Müsli geben.

Ich sehe das etwas pragmatischer. Spermidin wird seit Jahren konsumiert, ohne nennenswerte Nebenwirkungen und mit großen Benefits hinsichtlich Gesundheit und Gedächtnisleistung. Ich erkenne daher keinen Schaden für Menschen, die sich mittels Spermidineinnahme einen Vorteil gegenüber dem Coronavirus erhoffen. Im Gegenteil, die aktuellen Daten lassen durchaus optimistische Spekulationen zu.

Die natürliche Alternative für mehr Spermidin

Wer an die Forschung zu Spermidin gegen Corona glaubt, jedoch skeptisch gegenüber Tabletteneinnahme ist, kann sich wie empfohlen großzügig mit Weizenkeimen versorgen. Wer es maximal natürlich halten will, besorgt sich für sehr kleines Geld ganzen Weizen und ein Keimglas. Eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern zur Herstellung der eigenen Weizenkeimlinge findet Ihr in diesem Beitrag.

Fazit zu Intervallfasten und Autophagie gegen Corona

Zunächst sei noch mal deutlich erwähnt, dass jegliche Forschung zu dem Thema sich in den Kinderschuhen befindet und es bisher keine offiziellen Empfehlungen gibt. Vor allem von Fastenprotokollen die einer Crashdiät gleichkommen warnen die Experten. Der Körper braucht im Kampf gegen das Virus alle Kraft.

Andererseits stimmen Forschungsergebnisse durchaus positiv. Das Coronavirus ist eindeutig kein Fan von Autophagie und vor allem kein Fan des Wirkstoffs Spermidin. Es spricht also nichts dagegen, das körpereigene Zellrecycling mit (generell gesunden) Superfoods oder unbedenklichen Supplements anzuregen. Wie groß der Vorteil gegen das Coronavirus dadurch tatsächlich ist, wird sich noch zeigen.

Quellen:

Chris

Chris ist ausgebildeter Ernährungstrainer und beschäftigt sich seit jeher mit der komplexen Welt des Essens, was, wie viel, und warum es häufig sinnvoll ist, einfach mal darauf zu verzichten.

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