Kakaobutter – Warum Ihr sie essen und wo Ihr sie kaufen solltet


Ich betreibe leidenschaftlich und aus Überzeugung Intervallfasten. Dabei sind hochwertige, ergiebige Energielieferanten besonders wichtig. Und Kakaobutter entspricht dem wie selten ein anderes Lebensmittel. Ich habe eingehend recherchiert und bin nun vollends überzeugt.

Ist Kakaobutter gesund? Wo kauft man sie am besten? Wie wird sie hergestellt? Ist sie vegan? Was lässt sich in der Küche daraus machen?

  • Ja, Kakaobutter ist gesund. Sie enthält hochwertige hitzestabile Fette. Dies macht sie zu einem genialen Energielieferanten.
  • Die besten Deals für Kakaobutter findet Ihr eindeutig auf Amazon. Hier mein aktueller Favorit.
  • Kakaobutter ist das Fett der Kakaobohne. Mit hydraulischen Pressen wird das Fett der Bohne entzogen und anschließend desodoriert (gereinigt durch Wasserdampf).
  • Kakaobutter ist rein pflanzliches Fett, daher vegan und laktosefrei.
  • Aus Kakaobutter lässt sich einfach und schnell herrlich gesunde Schokolade zaubern.

Nahrungsfette und vor allem gesättigtes Fett galten viel zu lange als „das böse“ Element unserer Ernährung. Wenn Ihr allerdings das wirklich Böse in Eurem Kühlschrank ausfindig machen wollt, startet beim Zucker!

Sehen wir uns im Folgenden an, warum Ihr Kakaobutter mit gutem Gewissen essen könnt, wo man sie zu fairen Preisen kriegt, wie sie hergestellt wird, wie Ihr rein pflanzliche, zuckerfreie und trotzdem leckere Schokolade daraus macht, und welche Eigenschaften dieses herrliche Fett so besonders machen.

Ist Kakaobutter gesund?

Das wichtigste vorweg: „Ist Kakaobutter gesund?“ Nun die einzig wahre Antwort auf diese Frage, und zwar egal worauf bezogen, ist: „Verglichen mit was?“ Ist Kakaobutter gesünder als ein Apfel oder eine Zucchini? Nun das hängt davon ab. Verträgt die betroffene Person keine rohen Ballaststoffe oder muss aus irgendeinem Grund sehr hochkalorisch essen, dann definitiv. Die meisten Menschen greifen aber besser regelmäßig zu Obst und Gemüse als zu reinem Nahrungsfett.

Es macht auch wenig Sinn Lebensmittel aus unterschiedlichen Gruppen miteinander zu vergleichen. Der sinnvollste Vergleich wäre jener mit anderen Nahrungsfetten. Ist Kakaobutter gesünder als sagen wir Schweineschmalz? Definitiv. Gesünder als Olivenöl? Nein wenn das Olivenöl kalt gepresst und frisch ist, ja verglichen mit den meisten Olivenölen aus dem Supermarkt.

Ihr seht es gibt auf solche Fragen leider keine einfachen Antworten. Dafür ist Ernährung als Thema im Gesamten viel zu komplex und von viel zu viel verschiedenen Meinungen behaftet. Ich gebe Euch hier meine aktuelle Meinung zu dem Thema wieder die sich aus vielen Hunderten Stunden der Recherche und intensiver Selbstbeobachtung entwickelt hat: Kakaobutter und ihre spezifische Zusammensetzung ist aufgrund meines aktuellen Kenntnisstandes definitiv eines der überlegenen Nahrungsfette.

Kakaobutter und ihre Fettsäuren

Stabilität und Haltbarkeit von Nahrungsfett werden häufig vernachlässigt.

Die 3 wesentlichen Fettsäuren in Kakaobutter zu etwa gleichen Teilen sind Stearinsäure, Palmitinsäure und Ölsäure.

  • Ölsäure ist ein einfach ungesättigtes Fett und jene Fettsäure, die Olivenöl so wertvoll macht. Gesund also.
  • Stearinsäure ist ein gesättigtes Fett und gilt in Versuchen als weitgehend unauffällig. Sie trägt weder viel zur Gesundheit bei, noch schadet sie.
  • Palmitinsäure ist ebenfalls ein gesättigtes Fett und wurde in Studien schon mal in Zusammenhang mit erhöhtem LDL beobachtet. Wer sich mit der LDL-Thematik näher auseinandergesetzt hat weiß inzwischen aber, dass es lediglich in Verbindung mit freien Radikalen, vor allem aus Zucker, oxidiert und erst dann zum Problem wird. Erfahrt mehr darüber in diesem Artikel.

Solltet Ihr von Kakaobutter in negativem Zusammenhang mit Blutfettwerten und Cholesterin gehört haben, dann nur wegen seiner Verwendung in Schokolade mit hohem Zuckeranteil. Wie vorhin erwähnt wären viele kaltgepresste, frische Öle mit hohen Anteilen mehrfach und einfach ungesättigter Fette wertvoller als die Fette in Kakaobutter. In der Realität werdet Ihr aber kaum oder nur sehr schwer frische Öle aus Oliven, Leinsamen oder Hanfsamen finden.

Der Zustand der Fettsäuren und die Haltbarkeit sind entscheidend

Mehrfach ungesättigte Fette sind vielleicht vorteilhafter, aber auch höchst instabil. Sie erreichen den Konsumenten meist nur noch oxidiert. Und in diesem Zustand schlägt sich ihr vermeintlicher Nutzen schnell in unmittelbaren Schaden um. Weiters enthalten die meisten pflanzlichen Fette aus Nüssen, Kernen und Samen viel zu viele entzündungsfördernde Omega 6 Fettsäuren im Verhältnis zu entzündungshemmenden Omega 3 Säuren.

Dieses Problem besteht nicht bei gesättigten und einfach ungesättigten Fetten wie jenen in der Kakaobutter. Wissenschaftler und Experten werden wohl noch länger darüber streiten welche Fettsäuren wie, wann und warum bedenklich oder unbedenklich sind.

Meine aktuelle Schlussfolgerung und Konsequenz aus all dem: Ich verzichte auf Öl aus Nüssen, Kernen und Samen, esse diese aber im Ganzen roh oder in Form von selbst gemachten Dips mit dem NutriBullet, und wenn die Motivation besonders hoch ist auch mal als selbst gemachtes pflanzliches Joghurt. Zum Braten und Backen verwende ich ausschließlich hitzestabile Fette wie Ghee und Kokosöl. Kakaobutter esse ich regelmäßig in Form selbst gemachter, zuckerfreier Schokolade.

Kakaobutter – Nährwerte und Inhaltsstoffe

Der Nährwert von Schokolade kommt vom Kakaopulver.

Kakaobutter ist extrahiertes Nahrungsfett, vergleichbar mit Ölen oder Ghee. Als solches besteht es zu über 99 % aus Fett und nur zu verschwindend geringen Restanteilen aus Kohlehydraten und Eiweiß. Es finden sich geringe Spuren von Vitaminen und Mineralien wie Eisen, Kalium, Vitamin A, E oder K darin, aber für ernsthafte Versorgung nicht der Rede wert. Das macht die Kakaobutter nicht ungesund, in bloßer Form ist sie aber sowohl vom Geschmack als auch vom Nährwert her eher neutral.

Die Vitamine, Mineralstoffe, Polyphenole und sämtliche wertvollen Nährstoffe der Kakaobohne finden sich hingegen im Kakaopulver. Als fermentiertes Produkt hat hochwertiges Kakaopulver sogar stark positiven Einfluss auf Darmbakterien und Hirnfunktion. Es macht also Sinn Kakaobutter und Kakaopulver nach Verarbeitung der Kakaobohne wieder zu vereinen. Schokolade ist definitiv ein Superfood mit sagenhafter Wirkung, solange man nur den Zucker weglässt.

Schlussfolgerung in Sachen Schokolade und Nascherei: Kakaobutter und Kakaopulver in der eigenen Küche wieder vereinen und mit unbedenklichen Alternativen süßen!!

Kakaobutter kaufen bei DM, Spar, Billa, Merkur, Denns, Lidl, Metro, Müller, Penny, oder doch am besten günstig bei Amazon online bestellen?

Ich weiß das mag einigen von Euch unpopulär erscheinen, aber für mich ist die Antwort definitiv: Bei Amazon. Kaum ein Supermarkt führt überhaupt Kakaobutter, und wenn doch dann nur in kleinen Abpackungen zu wirklich wahnsinnigen Preisen. Das gleiche gilt für DM, Reformhäuser, Bioläden und Apotheken. Ich habe bisher 4 verschiedene Produkte verschiedener Preisklassen selbst verwendet, mit folgendem Ergebnis:

Kakaobutter Test – Verzichtet auf portionierte Chips oder Nips und spart ordentlich Geld

Ein Schwenk aus meiner Küche.
  • Mein bisher unangefochtener Platz 1 bleibt die Indigo Herbs Bio Kakaobutter zu je 1kg um vergleichsweise sehr günstige € 22,45-. Sie schmeckt und riecht herrlich, kein Stück schlechter als beispielsweise die 3-mal so teure Variante von Rapunzel. Der wesentliche Unterschied und kleine Nachteil der Indigo Herbs Butter zu anderen Produkten ist, dass sie nicht in kleine Pellets vorportioniert ist. Das ist mir persönlich herzlich egal.
  • Platz 2: Wer allerdings Wert auf maximalen Komfort legt, der findet in den Kakaobutterchips von Lavita eine gute Alternative. Die sind zwar nicht biologisch, bieten mit € 29,04– pro kg aber immer noch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Platz 3: Ich habe auch die Lebepur Backen Bio Kakaobutter von DM getestet. 200 Gramm kosten hier schon € 9,45- bzw. € 47,25- pro kg. Sie war lecker aber den Preis dennoch nicht Wert.
  • Platz 4: Ein einziges Mal habe ich für über 6 Euro im Bioladen 100g der Rapunzel Kakaobutter gekauft. Sie war natürlich gut aber wie gesagt, für mich als Anwender keinerlei Qualitätsunterschiede zum Produkt von Indigo Herbs.

Ist Kakaobutter vegan und frei von Laktose?

Ja und Ja! Ich stelle und beantworte diese Frage nur weil die Keywordrecherche es verlangt. Ich werde jetzt aber nicht Eure Intelligenz beleidigen und dies weiter ausführen.

Kakaobutter – Was ist das überhaupt? Herstellung und Verarbeitung

Kakaobutter ist das Fett der Kakaobohne, so wie Ghee das Fett von Milch, oder Olivenöl das Fett der Olive. Im Folgenden eine kurze Erläuterung der Herstellung und Verarbeitung:

  • Die Kakaobohnen werden zunächst sortiert, gereinigt und auf Qualität geprüft.
  • Anschließend werden die Bohnen 15 bis 20 Minuten bei ~ 130 °C mild geröstet. So bleibt das Aroma erhalten und die Schale löst sich vom Kern.
  • Die gerösteten Kakaobohnen werden in einem Brecher zerkleinert und gemahlen. Durch Hitze beim Mahlvorgang vermischen sich die einzelnen Bestandteile zu einer homogenen Masse.
  • Dieser Masse wird nun mittels hydraulischer Pressen über die Hälfte des Fetts entzogen. Der „entölte“ Kakaopresskuchen wird zu Kakaopulver, das gewonnene Fett zur begehrten Kakaobutter.
  • Im finalen Schritt wird die Kakaobutter mit Wasserdampf gereinigt um unerwünschte Begleitstoffe zu entfernen. Man nennt diesen Schritt auch „Desodorierung“.

Das Ergebnis ist ein herrliches Speisefett mit genialen Eigenschaften.

Verwendung der Kakaobutter in der Küche

Kakaobutter eignet sich in der Küche für Vieles: Es lässt sich damit backen, braten, Ihr könnt sie zerronnen über Germknödel geben. Meiner Meinung nach wird ihr aber nur eine Verwendung wirklich gerecht: Als Hauptzutat für Schokolade. Kakaobutter ist eines der härtesten Speisefette, hat aber einen niedrigen Schmelzpunkt von 32 bis 35 Grad. Dies verleiht Ihr die herrliche Eigenschaft, langsam auf der Zunge zu zerschmelzen und dabei ein Gefühl der Kühle zu hinterlassen.

Mein Rat wäre daher: Verwendet zum Backen und Braten Ghee oder Kokosöl und macht aus Kakaobutter Eure eigene Schokolade. Im Folgenden findet Ihr ein Rezept das meiner persönlichen und professionellen Meinung nach den besten Kompromiss aus Gesundheit und Geschmack darstellt, der für Schokolade möglich ist.

Ein herrliches Rezept ohne Zucker und ohne Reue

Es enthält folgende Zutaten:

Es ist super einfach zu machen und bedarf keiner Gerätschaften. Ihr braucht nur die Kakaobutter und den Kokosmus temperieren, danach alles mischen und in eine Form geben. Genaue Anleitung mit allen Mengen, Details und Bildern findet Ihr im vollständigen Rezeptartikel.

Umwelt – Ist Kakaobutter nachhaltig?

Ich habe lange recherchiert, konnte jedoch keine konkrete Zahl für den CO2-Ausstoß aufgrund des Kakaoanbaus finden. Einiges fiel bei der Recherche aber auf:

  • Wenn Schokolade aufgrund ihrer negativen Umweltbilanz in den Schlagzeilen steht, dann primär wegen der verwendeten Milchprodukte und des Palmöls.
  • Wenn der Kakaoanbau wegen Kinderarbeit angeprangert wird, dann wegen Riesen wie Nestlè, Ferrero und Co. Doch die Situation hat sich im vergangenen Jahrzehnt drastisch gebessert. Anbieter reagieren auf Konsumverhalten.
  • Ja, es fand und findet vermutlich immer noch so manche Regenwaldrodung zugunsten des Kakaoanbaus statt. Dafür sind bzw. waren jedoch ebenfalls multinationale Großabnehmer verantwortlich.
  • Anbieter von reiner, roher Kakaobutter legen beinah durchgehend großen Wert auf nachhaltigen Anbau und gute Arbeitsbedingungen. So stammen die Bohnen der Butter von Indigo Herbs zum Beispiel von Fair-Trade-Lieferanten in Peru.
  • Von allen Produkten aus internationalem Handel ist Kakao noch eines der nachhaltigsten. Diese Behauptung beweist simple Mathematik. 1 kg Kakaobutter hat knapp 900 kcal. Das ist so ziemlich die maximale Energiemenge die ein Nahrungsmittel haben kann. Effizienter kann Nahrungsenergie nicht transportiert werden.

Die Tendenz bei Anbau, Umwelt und Arbeitsbedingungen von Kakao geht ganz klar in eine positive Richtung. Wer Schokolade selber macht und dafür Kakaobutter kauft, ist vielleicht kein Held der Umwelt, fügt Ihr aber auch keinen großartigen Schaden zu. Kakao fliegt um die halbe Welt, er sollte hier in Europa keine Selbstverständlichkeit sein.

Das Mindeste was wir tun können ist Kakaoprodukte mit der entsprechenden Wertschätzung zu behandeln. Und wie ginge das besser als beim Kauf auf ein Mindestmaß an Qualität zu achten, die Zutaten selbst mit Freude und Hingabe zu mischen, und dann mit Dankbarkeit das eigene Schaffen zu genießen?!

Quellen:

Chris

Chris ist ausgebildeter Ernährungstrainer und beschäftigt sich seit jeher mit der komplexen Welt des Essens, was, wie viel, und warum es häufig sinnvoll ist, einfach mal darauf zu verzichten.

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