Spermidin selber machen – Weizenkeime selbst herstellen für mehr Autophagie. So geht’s


Eines der Dinge die ich aus meiner Vergangenheit als Veganer mitgenommen habe, ist die Freude am Ziehen von Sprossen und Keimlingen. Heute geht es um den vergleichbar sehr einfach zu ziehenden Weizen. Ich zeige Euch detailliert, wie Ihr Schritt für Schritt aus ganzem Weizen Weizenkeimlinge macht und damit so günstig und natürlich wie möglich mehr Autophagie in Euer Leben bringt.

Ach und wer sich jetzt erst fragt, was Autophagie und Spermidin jeweils eigentlich genau ist, und wie sie zueinander in Beziehung stehen, klickt einfach auf den jeweiligen Link.

Weizenkeime selber machen, es geht los:

Ihr braucht lediglich ein Sprossenglas bzw. einen Sprossenturm, und Weizen. Ich persönlich bevorzuge für Getreide den Sprossenturm, aber das kann jeder halten wie er/sie will.

Und wir starten:

Nehmt ein Gefäß zum Einweichen, die Waage ist optional.

Für meinen Pfannkuchen am Sonntag reichen etwa 50 Gramm.

Die Körner großzügig mit Wasser bedecken und 6 bis 12 Stunden stehen lassen.

Danach in eine Keimschale und mit Wasser spülen.
Wenn gut abgetropft, Keimschale auf die Abtropfschale, Deckel drauf, und auf die Fensterbank.
Nach etwa 18 Stunden (ganz von Beginn) erkennt man schon Spitzen an den Körnern.

Gleich wieder spülen!
So siehts nach etwa 42 Stunden aus, dazwischen aber bitte noch mal spülen.
Und immer wieder spülen!
Nach 48 Stunden sind die Keimlinge fertig.
Gemeinsam mit diesen 3 Zutaten gehts erst in den Mixer, dann auf den Herd.
Ach und unter die Hinterseite der Abtropfschale gebt Ihr eine Erhöhung, so rinnt das Wasser besser ab.

Einige Anmerkungen spezifisch zu Weizen, und zur Sprossenzucht generell

  • Weizen ist wie erwähnt ein sehr entgegenkommendes Saatgut. Die Einweichzeit ist flexibel, es können nur wenige Stunden sein, aber auch großzügig über Nacht.
  • Die Temperatur hat bei der Sprossenzucht großen Einfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit. Im Sommer geht’s schneller, erfordert aber regelmäßigeres Spülen. Bei unserem Beispiel ist es gerade Mitte Mai mit typischen Temperaturen für die Jahreszeit. Nach 48 Stunden waren die Keimlinge auch schon fertig.
  • Regelmäßiges Spülen ist generell oberste Priorität. Mindestens 2-mal täglich, im Sommer besser 3-mal. Ich habe bei unserer Zucht zugegeben nur 2-mal täglich gespült und kam geradeso damit durch.
  • Hätte ich vor gehabt, die Keimlinge oder Sprossen roh zu essen, wäre ich sorgfältiger gewesen.
  • Dies verschärft sich noch, wenn Keimglas oder Sprossenturm auf der Fensterbank direktem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Vermeidet das wenn möglich!
  • Meiner Erfahrung nach ist die Sprossenzucht am stressfreiesten zur kühleren Jahreszeit und/oder auf der Fensterbank von nord- oder ostseitigen Fenstern.
  • Beim Essen von Sprossen und Keimlingen ist immer eine gewisse Umsicht geboten. Sollten sie irgendwie scharf oder faulig riechen, werft sie bitte weg!
  • Direkt vor dem Verzehr bitte immer noch mal spülen! Egal ob Ihr sie roh oder erhitzt essen wollt.
  • Ihr könnt auch größere Mengen ziehen und sie einige Tage in einer Tupperbox mit Küchenrolle im Kühlschrank aufbewahren. Ich persönlich ziehe nur noch jene Mengen, die ich dann auch sicher und direkt esse.
  • In den USA z. B. gelten Sprossen und Keimlinge aufgrund ihrer hohen hygienischen Ansprüche als „gefährliche Lebensmittel“. Sie sind super gesund wenn frisch und sorgfältig gezogen, aber auch gefährlich wenn nicht.
  • Ach und wer sich am Plastik der Keimschalen stößt, für etwas mehr Geld gibt es edle Sprossentürme aus Terrakotta.

Ich wollte Euch mit den warnenden Worten eben nicht verprellen, aber noch weniger will ich dass jemand Schaden nimmt. Weizen als Saatgut ist für den Start jedenfalls eine sehr gute Wahl. Ich hoffe ich konnte Euch einen Hauch meiner Begeisterung für die Sprossenzucht übermitteln. Diese kleinen Nährstoffbomben direkt von der Fensterbank sind ein wahrer Segen. Also viel Erfolg und vor allem, viel Freude an Euren eigenen Projekten.

Chris

Chris ist ausgebildeter Ernährungstrainer und beschäftigt sich seit jeher mit der komplexen Welt des Essens, was, wie viel, und warum es häufig sinnvoll ist, einfach mal darauf zu verzichten.

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