Wie Autophagie beim Abnehmen, gegen Bauchfett, und Cellulite hilft


Die Themen Fasten, Abnehmen, und Autophagie tauchen häufig gemeinsam auf. Dass Fasten, Sport oder Kalorienreduktion beim Abnehmen helfen ist keine große Überraschung, was aber hat Autophagie mit dem Abnehmerfolg zu tun? Um dies herauszufinden bin ich tief in das Thema eingetaucht, und kam zu interessanten Erkenntnissen.

Wie und warum hilft Autophagie nun beim Abnehmen, gegen Bauchfett oder Cellulite? Lässt sich dieser Effekt auch ohne Fasten, Sport und Kalorienreduktion erreichen?

  • Mit Autophagie lässt sich der Fettabbau tatsächlich auch ohne Fasten, Sport und Hungern, positiv beeinflussen. Das zentrale Organ hierfür ist die Leber. Dort findet der Fettstoffwechsel statt und Autophagie hat enormen Einfluss auf die Lebergesundheit.
  • Dieser bequeme Weg wird möglich, weil Autophagie sich ohne große Anstrengung aktivieren und ankurbeln lässt, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Inhaltsstoffe verschiedenster Lebensmittel, Nahrungsergänzung, Kaffee, grüner Tee, Ingwer, Kurkuma oder der Reishipilz, führen auch ohne Fasten und Sport zu mehr Autophagie.
  • Mehr Autophagie bedeutet auch mehr der sog. “Lipophagy”. Das ist ein momentan noch sehr junges Feld, bedeutet aber so viel wie, dass Fettzellen durch den Prozess der Autophagie wandern. Direkter Fettabbau durch Autophagie also.
  • Für gezielte Fettreduktion um den Bauch bedarf es leider mehr als bloße Autophagie. Erst Fasten kombiniert mit intensiven Trainingsformen zeigt hier überdurchschnittlichen Erfolg.
  • Mit Cellulite oder Orangenhaut verhält es sich ähnlich. Tendenziell lässt sich aber sagen: Was gut ist für Autophagie, ist auch gut gegen Orangenhaut.

Autophagie gilt als der größte gesundheitliche Benefit des Fastens, ist zu einem gewissen Grad aber auch am Fettabbau beteiligt. Wie stark genau? Momentan befinden wir uns erst am Anfang dies herauszufinden. Einiges kann man zurzeit aber bereits mit Sicherheit sagen.

Ach und wer sich jetzt erst fragt, was Autophagie überhaupt genau ist, eine einfache sowie eine detaillierte Antwort darauf findet Ihr in diesem Artikel.

Mehr Autophagie = gesündere Leber = mehr Fettverbrennung

Die Leber ist wie erwähnt das zentrale Organ für den Fettstoffwechsel. Mehr Autophagosome in und rund um unser Entgiftungsorgan führen zu verbesserter und langfristig zuverlässiger Funktion. In der Leber findet die sog. Lipolyse statt, der „Fettstoffwechsel“. Eine gesunde Leber gewährleistet diesen auf hohem Niveau, was zu guter Fettverbrennung führt, und dies wiederum zu effizientem Fettabbau.

Beobachtungen zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Anzahl an Autophagosomen in der Leber, und dem Niveau des Fettstoffwechsels. Menschen tun sich häufig schwer beim Abnehmen. Meist findet sich der Grund zwar in desjenigen Kühlschranks, oft ist aber auch eine eingeschränkte Leberfunktion der Grund dafür. Höchste Zeit für eine natürliche Therapie.

Hier gleich ein kleiner Tipp zur Lebergesundheit: Grüner Tee! Sowohl während als auch außerhalb des Fastens. Grüntee enthält das Antioxidans EGCG. Dies veranlasst geradezu einen Fluss an Autophagosomen in der Leber, fördert die Regeneration und den Fettstoffwechsel eines mitgenommenen Organs.

Ich will aber erwähnt haben: Fasten und Sport hätten den mit Abstand größten Effekt auf Autophagie und damit auch auf die Lebergesundheit. Andererseits sind Nahrungsentzug und Bewegung bereits zu viel Stress für so manch geschwächten Organismus und wären kontraproduktiv. In diesem Fall bietet sich die gezielte Aufnahme einiger Nahrungsmittel, Superfoods oder auch Nahrungsergänzungsmittel in den Speiseplan an.

Autophagie ohne Fasten und Sport

Auch ohne Fasten lässt sich das Zellrecycling nutzen

Viele Lebensmittel, einige Tees, Nahrungsergänzung, und auch das eine oder andere Genussmittel, aktivieren und beschleunigen Autophagie, und lassen sich ohne große Anstrengung oder gravierende Änderung des Lebensstils integrieren. Dazu gehören:

Die Möglichkeiten sind umfangreich, als erste Schritte würde ich empfehlen Ihr besorgt Euch hochwertigen, biologischen Kaffee und grünen Tee. Von Billigprodukten ist meist nicht viel zu erwarten oder sie sind gar kontraproduktiv. Fast jeder trinkt gern Kaffee und grüner Tee ist für Fettabbau insofern sehr mächtig, als dass er einen direkten Autophagosomenfluss in der Leber bewirkt.

Sehr mächtig sind ebenfalls Kurkuma und Ingwer, auch in Pulverform und weit über Autophagie und Fettabbau hinaus. Es gibt eine wunderbare Zusammensetzung von Kurkuma, Ingwer und schwarzem Pfeffer (erhöht die Wirksamkeit des Kurkumins), nennt sich „goldene Milch“ und schmeckt wunderbar im Kaffee. Kurkumin z. B. bewirkt erwiesenermaßen die Umwandlung von schlechtem weißen, in gutes braunes Fett.

Viele der anderen Lebensmittel und Getränke gehören tendenziell zu einer bewussten Ernährung oder generell einer solchen Lebensführung. Wer sich jetzt also große Effekte von einer extra Tasse Kaffee, 1-2 Teelöffel Pulver, und 2-3 Tablettchen am Tag erhofft, den oder die muss ich enttäuschen. Kein Wundermittel der Welt wird schlechte Gewohnheiten je ausgleichen.

Manch Verbesserungswillige(r), unter Umständen gesundheitlich bereits mit dem Rücken an der Wand, findet in einfachen Maßnahmen vielleicht einen guten Ausgangspunkt, bevor es dann an die wirklich wirkungsvollen Maßnahmen wie Fasten und Sport geht. Wer sich in diesem Artikel aber eine Abkürzung zum ersehnten Sixpack gewünscht hat, sei im Folgenden auf eine Enttäuschung gefasst.

Autophagie gegen Bauchfett, so schmilzt es dahin

Bauchfett scheint der hartnäckigste Fettpolster am Körper. Es führt kein Weg an seiner Reduktion vorbei, der nicht entweder anstrengend, teuer und/oder gefährlich ist. Bisher wurde leider kein direkter Zusammenhang zwischen Bauchfettreduktion und Autophagie entdeckt. Allerdings gibt es sehr starke indirikte Zusammenhänge. Die effizientesten Maßnahmen zur Aktivierung und Beschleunigung von Autophagie sind gleichzeitig auch jene gegen Bauchfett.

Welche wären das? Fasten und HIIT (High Intensity Interval Training). Was macht diese beiden Maßnahmen in Kombination so effektiv? Im Abdomenbereich sitzen sehr viele Rezeptoren für Stresshorme wie Adrenalin oder Cortisol. Fasten ist bereits eine gewisse körperliche Stresssituation. HIIT ist intensiver körperlicher Stress. Die kurzfristig stark erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen lässt den Körper schließlich genau dort Energie (Fett) anzapfen, wo sich die meisten Rezeptoren für Stresshormone befinden, am Bauch.

Allerdings reden wir hier von sehr kurzfristiger Belastung, die danach ausreichend Erholung fordert, und nur von gesunden Körpern praktiziert werden sollte. Erst dann haben intensives Training und eine kurzfristig starke Ausschüttung von Stresshormonen einen positiven, stärkenden Effekt. Wer körperlich nicht bereit dafür ist oder zu häufig auf diese Art trainiert, schadet sich mehr als sich gutes zu tun. Checkt zu dem Thema unbedingt meinen Artikel: „Autophagie und Sport„.

Leider funktioniert die Sache mit den Stresshormonen auch anders herum. Während körperlicher Stress sich günstig auf Bauchfettreduktion auswirkt, wirkt psychischer Stress genau gegenteilig. Der Körper neigt dann im übertragenen Sinne zur Aufpolsterung, vor allem wenn wir auf mentale Herausforderung mit Heißhunger auf Zucker und einfache Kohlehydrate reagieren.

Wichtig: Die angepasste Empfehlung für Frauen

Ich muss an dieser Stelle leider einen kleinen Dämpfer an alle Frauen unter Euch verteilen. Der weibliche Hormonhaushalt reagiert wesentlich sensibler auf Nahrungsentzug. Frauen können das Konzept zur Bauchfettreduktion immer noch nutzen und können durchaus „sicher“ fasten, sollten sich aber, vor allem zu Beginn, an einige wichtige Empfehlungen halten.

Eine davon ist, an Fastentagen bzw. während des Fastens keinen intensiven Sport zu machen. Nehmt daher bitte einen Teil der Intensität raus oder macht stattdessen entspanntes Cardio oder Yoga. Was Stress und Hormone angeht, wurden Frauen von der Natur leider benachteiligt. Umfassende Info und konkrete Empfehlungen zu Intervallfasten für Frauen findet Ihr im Artikel „Worauf Frauen beim Intervallfasten achten sollten“.

Autophagie gegen Cellulite

Erfahrungsberichte stimmen äußerst positiv

Die unschönen Ausbuchtungen an Schenkeln und Gesäß sind in der Regel genetisch. Zumindest die Veranlagung dazu ist genetisch. Cellulite sind vereinfacht gesagt nichts anderes als Fettzellen, die vom Bindegewebe nicht mehr gehalten werden können. Durchblutung, Stoffwechsel, Hormone, die Liste der Einflüsse ist lang.

Aber alles noch kein Grund daran zu verzweifeln. Gegen Fettzellen am Körper lässt sich immer etwas tun. Und beinah ausnahmslos sämtliche Maßnahmen, die als wirkungsvoll gegen Cellulite gelten, gelten auch als Beschleuniger von Autophagie. Studien zu diesem spezifischen Thema sind rar, aber es gibt eine Unzahl an Erfahrungsberichten begeisterter Frauen, die davon berichten, sich ihre Cellulite mittels Fasten, Sport und Autophagie quasi „wegmetabolisiert“ zu haben.

Das ist natürlich kein Beweis für die Wirksamkeit von Autophagie gegen Cellulite. Allerdings decken sich vorhandene Daten wunderbar mit anekdotischen Erfahrungsberichten. Die Vermutung, Autophagie helfe nicht nur indirekt, sondern auch direkt gegen Organgenhaut, ist daher nicht weit hergeholt.

Natürlich gilt ein weiteres mal: Ohne Fleiß kein Preis! Grüner Tee, Kurkuma und Co. allein werden nicht viel bewirken, mit ein wenig Disziplin den Prozess aber mit ziemlicher Sicherheit beschleunigen und erleichtern.

Autophagie und Fettabbau – Korrelation oder Kausalität?

Ist die starke Korrelation zwischen Autophagie und Fettabbau nur Zufall? Regelmäßig erscheinen neue Studien, die Fasten und Intervallfasten mit enormen Benefits hinsichtlich Gesundheit und Abnehmerfolg in Zusammenhang bringen.

Fasten macht den Körper in eine regelrechte Fettverbrennungsmaschine, soll sogar schädliches weißes Fett in gutes braunes Fett wandeln, und und und. Exakte Mechanismen fehlen häufig. Soll bedeuten, man kann zwar meist mit Sicherheit sagen dass, oft aber nicht sagen wie Fasten hilft.

Fasten, Sport, grüner Tee, Ingwer, etc., führen sowohl zu beschleunigtem Fettabbau, als auch zu beschleunigter Autophagie. Eine enorme Korrelation also, es wurde aber kaum noch ein direkter Zusammenhang, sprich Kausalität festgestellt.

Wir befinden uns wie gesagt aber erst am Anfang der Forschung. Prozesse wie die zu Beginn erwähnte “Lipophagy” sind kaum noch erforscht. Möglicherweise wird sich der Zusammenhang zwischen Autophagie und Fettabbau in Zukunft als größer erweisen als bisher gedacht.

Fazit zu Autophagie zum Abnehmen

Athletisches Aussehen und ein flacher Bauch haben ihren Preis. Entweder in Form von Geld für die Fettabsaugung, in Form von Gesundheit wenn man sich auf dubiose Mittelchen einlässt, oder in Form von Disziplin und Ausdauer im Rahmen des persönlichen Lifestyles. Bis zu einem gewissen Grad kann man den Abnehmerfolg ohne große Anstrengung beeinflussen, nahrungsinduzierte Autophagie für eine gesunde Leber macht es möglich.

Die aufgeführten Möglichkeiten dienen aber lediglich als Ergänzung, Optimierung, oder als Ausgangspunkt für jene, die aus gesundheitlichen Gründen (noch) nicht Fasten oder Sport treiben können. Wer will dass man sich am Strand nach einem umdreht, gewöhnt sich besser an den süßen Schmerz der Disziplin.

Quellen:

  • https://www.youtube.com/watch?v=I6lxK3NJpEA
  • https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1550413117305041
  • https://www.youtube.com/watch?v=FGoLcJxApCA
  • https://www.netdoktor.at/krankheit/cellulite-7727

Chris

Chris ist ausgebildeter Ernährungstrainer und beschäftigt sich seit jeher mit der komplexen Welt des Essens, was, wie viel, und warum es häufig sinnvoll ist, einfach mal darauf zu verzichten.

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