Wie Intervallfasten gegen Entzündungen im Körper hilft


Schon lange bevor Intervallfasten populär wurde, bemerkte ich an Tagen ohne Frühstück oder Abendessen einen Energieschub, körperlich und mental. Heute weiß ich wieso. Fasten und Intervallfasten hat neben all den anderen Benefits auch geniale Auswirkungen auf Entzündungen im Körper.

Auf welche Art(en) hilft Intervallfasten Entzündungen zu reduzieren? Bei welchen entzündlichen Krankheiten kann Intervallfasten helfen? Wie kann man den Körper im Kampf gegen Entzündungen zusätzlich unterstützen?

  • Zunächst schützt und regeneriert Intervallfasten den Darm. So gelangen weniger Pathogene aus dem geschädigten Darm in den Blutkreislauf und der Körper muss nicht mit Abwehr darauf reagieren.
  • Die erhöhte Anzahl Ketonkörper während des Fastens lässt das Immunsystem gezielter auf von außen eindringende Pathogene reagieren.
  • Fasten verbessert die Funktion, Dichte und Effizienz der Mitochondrien. Das Immunsystem muss sich mit weniger Abfall beschäftigen.
  • Das Fettprofil von Zellmembranen verändert sich günstig, ähnlich wie bei großen Gaben Omega 3 Fettsäuren.
  • Fasten kann entzündliche Überreaktionen des Körpers reduzieren, indem es das sog. NLPR3-Inflammosom reduziert.
  • Durch Intervallfasten genießt der Körper eine ausgedehnte Phase ohne den schlimmsten Einfluss auf Entzündungen: Zucker.
  • Die beeindruckendsten Ergebnisse mit Intervallfasten beobachtete man in Studien zur Bekämpfung von Autoimmunkrankheiten wie der rheumatoiden Arthritis.
  • Man kann durchaus sagen: Wo immer der Schmerz bzw. die Entzündung im Körper sitzt, fasten reduziert sie.
  • Bewegung und vernünftige Ernährung verstehen sich hoffentlich von selbst.
  • Die beiden mächtigsten Supplements im Kampf gegen Entzündungen sind Omega 3 und Kurkumin.

Wenn wir von „Entzündung“ sprechen müssen wir unterscheiden:

  • Schützt das Immunsystem den Körper vor externen Gefahren wie Viren, Bakterien, vielleicht in Zusammenhang mit Verletzungen?
  • Oder reagiert das Immunsystem lediglich auf körperliche „Ungereimtheiten“, die sich mit Lifestyleänderungen und mächtigen Praktiken wie regelmäßigem Fasten verhindern und beheben lassen?

Sehen wir uns im Folgenden an auf welch vielfältige Art und Weise Intervallfasten entzündliche Reaktionen verringern und verhindern kann, warum wir die negative Assoziation mit dem Wort „Entzündung“ überdenken sollten, und wie Intervallfasten Überreaktionen des Immunsystems verhindert ohne dessen Funktion bei Verletzungen und Krankheiten einzuschränken.

Was ist eine Entzündung eigentlich genau?

Eine Entzündung ist nicht immer schlecht, im Gegenteil.

Eine Entzündung im Körper ist nichts anderes als ein Heilungsprozess. Verschneiden wir uns beim Zwiebelhacken, schlagen uns das Knie auf, holen uns die Grippe oder werden operiert, ist das bereits eine Entzündung, oder besser gesagt: Der Körper bei der Heilarbeit. Gelangen Keime in eine Wunde und es entsteht eine Infektion, ist eine hässliche Entzündung die Reaktion des Immunsystems auf Fremdkörper im eigenen Körper.

Die Entzündung an sich ist also nichts Schlechtes, im Gegenteil, sie ist lebensnotwendig. Sie heilt und schützt den Körper. Sog. Leukozyten (weiße Blutkörperchen) bilden dabei die primäre Abwehreinheit. Wo immer es im Körper etwas zu heilen oder zu bekämpfen gibt, die jeweilige Leukozytenart kümmert sich darum.

So lange sich die Arbeit des Immunsystems auf Krankheiten, Verletzungen und Infekte beschränkt, gibt es kein Problem. Problematisch werden Entzündungen erst wenn sie ohne erkennbaren Einfluss, ohne eindeutige Ursache, und chronisch auftreten.

Intervallfasten gegen chronische Entzündungen

Eine Menge Faktoren und Einflüsse führen im Körper zu Entzündungen. Sobald wir etwas essen, trinken, oder nur schlechte Luft atmen reagiert das Immunsystem darauf, stärker oder schwächer, je nach dem welchem Einfluss wir uns gerade aussetzen. Der einzige Weg jegliche Entzündungsreaktion zu vermeiden wäre vermutlich ein Aufenthalt im Wald, in den Bergen oder am Strand, ohne Nahrung, zu trinken nur reinstes Quellwasser, und am besten zu einer Jahreszeit ohne jegliche Allergene in der Luft.

Wer sich schlecht ernährt, raucht oder trinkt, ist zu einem gewissen Grad von vorn herein chronisch entzündet. Das Immunsystem ist ständig am Arbeiten und fordert einen großen Teil der Alltagsenergie. Jemand mit schlechten Gewohnheiten wird selten die gleichen mentalen und körperlichen Kapazitäten haben wie jemand der auf sich achtet.

Langfristig führen schlechte Gewohnheiten zu immer mehr chronischen Entzündungsherden im Körper. Fettleber, verstopfte Lungenbläschen, löchriger Darm, Arterienverkalkung, früher oder später wird das Immunsystem die Menge an Entzündungen nicht mehr bewältigen können.

Sind wichtige Organe geschädigt und der Darm durchlöchert, entstehen weitere Entzündungsquellen wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien. Irgendwann befindet sich der Körper im Kampf gegen sich selbst und ständig erhöhte Entzündungswerte führen zu verschiedensten chronischen Leiden. Intervallfasten kann die meisten dieser Probleme vermeiden und viele sogar verbessern.

Intervallfasten gegen Autoimmunerkrankungen

Nach umfangreicher Recherche drängt sich allmählich die Annahme auf, dass wir für einen großen Teil der Entzündungen, chronischer Entzündungen, und auch Autoimmunkrankheiten, selbst verantwortlich sind. Unsere Essgewohnheiten alleine mit viel Zucker, Getreideauszügen, hoch verarbeitetem Fett, und dann noch Konservierungsmitteln und Geschmacksverstärkern ziehen im Körper eine Spur der Verwüstung nach sich.

So ist es nicht verwunderlich, dass Menschen mit chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen enorme Erleichterung durch Fasten und Intervallfasten erfahren. Das Immunsystem, die Organe, das Verdauungssystem, und vor allem der Darm, erhalten endlich eine Pause und können sich erholen. Es besteht inzwischen sehr viel Evidenz, dass Fasten Entzündungen reduziert. Die Ursachen vieler Autoimmunkrankheiten sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Ein gemeinsamer Nenner tritt aber immer wieder auf: Der Darm.

Intervallfasten gegen einen Leaky Gut (löchrigen Darm)

Ein löchriger Darm ist Auslöser vieler Krankheiten.

Stellt Euch vor Ihr habt eine unbehandelte offene Wunde, sie ist den Keimen und Bakterien der Umwelt schutzlos ausgeliefert. In kürzester Zeit wäre sie infiziert, tiefrot und gelb, das Immunsystem versucht alles die Fremdkörper abzuwehren. Die Entzündung fordert dermaßen viel Energie, der Körper ist spürbar geschwächt. Und jedes Mal wenn die Wunde ansatzweise heilt, kratzt Ihr sie wieder auf.

In etwa das geschieht in unserem Darm bei ständig schlechter Ernährung. Viele Elemente unserer Ernährung stehen unter Verdacht den Darm zu schädigen: Zucker, Gluten, Kasein, Lektine, vor allem aber die riesige Bandbreite an Lebensmittelzusatzstoffen. Menschen reagieren auch unterschiedlich sensibel auf verschiedene Elemente.

Bei durchschnittlich vernünftiger Ernährung erholt sich der Darm immer wieder. Bei schlechter Ernährung und ständig weniger als 12 Stunden Pause zwischen Abendessen und Frühstück wird die Sache schwierig. Die Schäden an den Darmwänden werden größer und es entstehen Löcher. Darminhalt entweicht in die Blutlaufbahn und das Immunsystem reagiert darauf wie auf Fremdkörper in einer offenen Wunde.

Die Folge sind chronisch erhöhte Entzündungswerte die das Immunsystem schwächen. Der Körper wird anfälliger für alle möglichen Leiden und weniger resistent gegen ansonsten harmlose Einflüsse. Intervallfasten kann einen geschädigten Darm nachweislich verbessern und sogar heilen. Ganz einfach indem man ihm die nötige Zeit zur Erholung gibt und anschließend richtig versorgt.

Das richtige Fastenbrechen ist äußerst wichtig

In Fastenphasen von 16 Stunden und mehr kann der Darm sich regenerieren, wird aber auch sensibler. Richtiges Fastenbrechen für verschiedene Ziele ist ein umfangreiches Thema. Wer seinen geschädigten Darm mit Intervallfasten heilen will, startet nach dem Fasten am besten mit Bonebroth.

Dieser natürliche Kollagen-haltige Zaubertrank aus verschiedenen Aminosäuren umschmeichelt und flickt den jungfräulichen Darm nach dem Fasten wie nichts anderes. Kaum jemand in der westlichen Welt hat noch einen völlig intakten Darm. Jeder der mit Intervallfasten startet, sollte daher die Fastenphasen zunächst mit Bonebroth brechen.


Ein großer Teil der hohen Effizienz von Intervallfasten ist auf seinen grandiosen Einfluss auf die Darmgesundheit zurückzuführen. Es besteht berechtigter Grund zur Annahme, dass dadurch auch andere chronisch entzündliche Erkrankungen Verbesserung finden.

Fasten und Intervallfasten gegen rheumatoide Arthritis

Intervallfasten zeigt bei Arthritis enorme Erfolge.

In einer Studie ließ man 14 Patienten mit RA eine Woche lang fasten. Das ist extrem aber die Ergebnisse waren beeindruckend. Die Patienten erfuhren extreme Erleichterung ihrer Symptome und sämtliche Entzündungsmarker verbesserten sich. So reduzierte sich ein wichtiger Marker namens LTB4 (Leukotriene B4). Er spielt eine wichtige Rolle in zellulären Prozessen die in Entzündungen involviert sind.

In anderen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass große Gaben Omega 3 die Phospholipidzusammensetzung der Zellen, genauer gesagt das Fettprofil der Zellmembrane, stark zum Positiven veränderten, was wiederum die Produktion von LTB4 reduzierte. Man konnte dies ebenfalls bei den fastenden Patienten mit RA beobachten.

Die Therapie der 14 Patienten war wie gesagt extrem, es ging schließlich auch um eine extreme Form von Gelenksbeschwerden. Die Studie zeigt dennoch sehr schön, dass Fasten jene Faktoren und Entzündungsmarker stabilisiert, die für Entzündungen in Gelenken verantwortlich sein können. Für den ansonsten gesunden Menschen könnte Intervallfasten also eine gute Profilaxe gegen willkürliche Entzündungen von Sehnen und Gelenken sein.

Intervallfasten für ein effizientes Immunsystem

Viele Entzündungen im Körper entstehen überhaupt erst durch ein überreagierendes Immunsystem. Verantwortlich dafür ist das sog. NLRP3-Inflammasom. Das ist ein bestimmter Proteinkomplex in den Zellen des Immunsystems, der durch Reize wie eindringende Bakterien stimuliert wird. Dadurch wird eine Serie von Reaktionen angestoßen, die am Ende zu einer Entzündungsreaktion führt.

Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes, geschieht in zivilisierten Organismen aber zu häufig und führt zu unnötigen Entzündungen. Dem entgegen wirkt ein Metabolit das auch Teil des Inflammasoms ist, namens Beta-Hydroxybutyrat. Der Körper produziert es im Zuge von Fastenperioden, bei intensiver körperlicher Belastung, und in Ketose. Mit Intervallfasten erreichen wir im Idealfall alle 3 Faktoren.

Vor allem Ketonkörper modifizieren das Inflammasom dahingehend, dass es gezielter und effizienter reagiert. So fährt es z. B. beim Eindringen harmloser Pathogene nicht gleich volles Geschütz auf und die Entzündungsreaktion des Körpers ist zwar weniger heftig, aber nicht weniger effizient. Den größten Einfluss von Ketonkörpern auf das Immunsystem beobachtete man bei Fastenphasen zwischen 24 und 48 Stunden.

Mit Intervallfasten die Monozyten (weiße Blutkörperchen) stabilisieren

Intervallfasten wirkt auf Monozytenwerte ausschließlich positiv.

Nun könnte man befürchten, dass niedrigere Entzündungswerte und geringere Reaktionen des Immunsystems lediglich besagen, dass Fasten die Leistung des Immunsystems mindert. Dem widerspricht eine andere Studie. Darin ließ man 12 Menschen klassisch intervallfasten in einem 19/5 Rhythmus und beobachtete das sog. CCL2. Dies steht im Wesentlichen für Monozytenwerte (weiße Blutkörperchen).

Wie wir inzwischen wissen, wollen wir davon nicht zu viel, aber eben auch nicht zu wenig. Man nahm den Probanden regelmäßig Blut ab, während des Fastens und während des Essfensters. Generell waren die Monzytenwerte während des Essfensters höher. Interessant dabei war folgendes:

Bei Menschen mit generell oder genetisch hohen Monozytenwerten reduzierte sich der Wert im Fasten auf ein gesundes Niveau. Bei Menschen mit generell niedrigen Werten hatte Fasten auf die Monozytenwere kaum Einfluss. Es wurde auch beobachtet, dass Fasten die Monozytenlevels im akuten Bedarfsfall wie Verletzungen oder Krankheiten nicht senkt.

Mit Intervallfasten die Mitochondrien stärken und resistenter gegen Stress werden

Mitochondrien gelten als die Kraftwerke unsere Zellen, mit ihnen steht und fällt die Zellgesundheit. Schlechter Lifestyle, übertriebener körperlicher und vor allem mentaler Stress schädigen die Mitochondrien, machen sie löchrig, Energie und DNA entweicht. Fasten und Intervallfasten wirkt dem zu einem gewissen Grad entgegen, indem es die Mitochondrien stärkt, effizienter macht, und deren Dichte erhöht.

Das macht nicht nur den gesamten Organismus resistenter gegenüber den Anforderungen des Lebens, sondern bewahrt ihn auch vor Entzündungsreaktionen aufgrund vermehrten Zellabfalls, was oxidativen Stress in den Mitochondrien verhindert. Intervallfasten kann diesen Teufelskreis verhindern oder zumindest reduzieren.

Mit Intervallfasten Entzündungen verringern und Regeneration verbessern

Weniger Entzündung bedeutet mehr Energie für Schönes.

Intervallfasten reduziert Entzündungen im Körper, so viel wissen wir bereits. Entzündungen haben für den Körper höchste Priorität, höher als körperliche und mentale Leistung oder Regeneration. Steht der Organismus vor der Wahl ob er Energie für Höchstleistung und schnelle Regeneration, oder zur Bekämpfung von Entzündungsherden verwendet, wählt er die Entzündung.

Heißt im Klartext: Wenn wir gesünder sind und weniger unnötige Entzündung mit uns herumtragen, sind wir in jeder Hinsicht leistungsfähiger und regenerieren uns nach Anstrengung auch viel schneller. Regelmäßiges Intervallfasten kann dies auf beeindruckende Art gewährleisten.


Bei aller Euphorie will ich zum Ende dennoch eine kleine Warnung aussprechen: Auch mit Fasten gibt es ein Zuviel, vor allem in Verbindung mit Kalorienrestriktion. Akute Unterversorgung schwächt die Leistung des gesamten Organismus und damit auch die Leistung des Immunsystems. Wir wollen so viel Fasten dass unser Immunsystem ideal arbeitet, keine chronischen Entzündungen aufkommen lässt, und uns im Alltag resistent und leistungsfähig macht, aber nicht so viel dass Probleme entstehen den Nährstoffbedarf zu decken.

Fazit zu Intervallfasten gegen Entzündungen im Körper

Wir verwechseln im deutschen Sprachgebrauch häufig eine Entzündung mit einer Infektion. Entzündungen haben im Körper durchaus ihren Platz. Sie schützen und heilen uns. In der Regel führen erst Elemente des modernen Lebens zu unerwünschten Entzündungen, bei denen das Immunsystem sich entweder gegen überflüssigen schlechten Einfluss, oder irgendwann gegen Ungereimtheiten und Fehlfunktionen im eigenen Körper richtet.

Fasten und Intervallfasten kann tatsächlich die meisten chronischen Entzündungen verhindern, verbessern, und sogar heilen, auf verschiedenste Art und Weise. Entzündungen fordern vom Körper sehr viel Energie, Energie die wir für schöne, produktive, erfreuliche Dinge einsetzen könnten. Ein wenig simpler bewusster Verzicht kann uns auf dem Weg zu einem solchen Leben enorm unterstützen.

Quellen:

Chris

Chris ist ausgebildeter Ernährungstrainer und beschäftigt sich seit jeher mit der komplexen Welt des Essens, was, wie viel, und warum es häufig sinnvoll ist, einfach mal darauf zu verzichten.

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